Westböhmische Zweigstelle

2005 Die ersten Ergebnisse, obwohl außer Wettbewerb

Angesichts der Erfahrungen der vorigen Jahrgänge haben sich die Veranstalter entschieden, dass sie die Chancen auf klaren Himmel erhöhen. Also sie haben noch einen Termin sog. „gemessenes Training“ vor dem ordentlichen Termin angeführt. Im Falle, dass das Training im Gegenteil zum offiziellen Marathon gut gelingt, werden die Ergebnisse des Trainings als offizielle Ergebnisse des Marathons erklärt. Und wie hat da geklappt?


Das gemessene Training wurde an die Nacht vom 12/13. März 2005 erklärt. Am Samstagnachmittag schiente es, dass die Beobachtung doch möglich wird denn die Bewölkung begann aufzureißen. Aber schon bei der Dämmerung begann sich die nicht erfreuliche Wettervorhersage zu verwirklichen und am Abend nach zwanzig Uhr nieselte schon. Von da an klemmten alle an dem offiziellen Termin des Marathons fest.

Der sollte in der Nacht an dem 9./10. April 2005 stattfinden. Im Gegenteil zu der Situation bei dem gemessenem Training, wenn das Wetter noch am Nachmittag hoffnungsvoll war, regnette es den ganzen Samstag. Dagegen am Sonntagmorgen war der Himmel fast ohne Bewölkung. Es hat sich aber erst kurz vor dem Tagesaufbruch verbessert. Also diesmal auch nichts!

Es hat sich schließlich erwiesen, dass es sich doch etwas gelang. Denn Kollege Michal Rottenborn probierte im wöchentlichen Vorlauf zu beobachten. Und seine Erfahrungen?

„Am Samstagabend (2.4.2005) blickte ich an den klaren Himmel und überlegte, womit soll ich mich in dieser Nacht beschäftigen. Im Hinsicht der vorigen Nacht wenn ich die variable Sterne beobachtete und nicht viel geschlafen habe und dazu noch die Voraussicht, dass unsere zwei jährige Tochter mich auch nicht lange schlafen lässt, habe ich mich entschieden, die variable Sterne diese Nacht nicht mehr zu beobachten. Aber es ist mir eingefallen, dass nächste Woche findet in Rokycany Messier-Marathon statt. Und ich habe mich entschieden ein bisschen zu trainieren. Und wie hat es geklappt? Aus meiner Sicht eigentlich überraschend gut. Ich habe mit Objekten Sir Messier circa zwei Stunden ausgehalten und während dieser Zeit habe ich 60 Objekte ausgesucht, davon 5-6 waren nicht sichtbar. Die Ursache war meistens ihr schnelles Sinken zum ungenügend dunklen Westhorizont. Ich setzte angesichts oben genannter Umstände nicht weiter fort. Was kann ich noch hinzufügen?

Ich habe das Fernglas 10x50 und Somet-monar 25x100 benutzt. Als sehr gut zeigte sich die Methode das Feld mit Fernglas aufzusuchen, falls ich das Objekt nicht sah, habe ich das Objekt mit Somet angekuckt. Ich kann diese Kombination eindeutig empfählen – mindestens die Hälfte der Objekten kann man mit relativ kleinem Fernglas sehen und dank größerem Sehfeld ist das Aussuchen viel schneller.

Aussuchen erleichtert ein guter Atlas oder eine gute Himmelskarte. Ich habe astronomischen Atlas von E. Karkoschka benutzt – der für diesen Zweck ein sehr gutes Hilfsmittel ist.

Als sehr nützlich zeigte sich eine Liste von Objekten, die ich mich im Voraus vorbereitet habe. Die Folge darf natürlich nicht nach der Nummerierung von Herrn Messier sein, sonst wird man über den Himmel wie ein Verrückter pendeln um zu erfahren, dass sich viele Objekte noch nicht über dem Horizont befinden. Ich habe folgendes System gewählt. Zuerst beobachte ich Objekten, die schon über dem Horizont sind und währen der Nacht noch untergehen, danach Objekten, die sich die ganze Nacht über dem Horizont befinden und zum Schluss die Objekte, die erst während der Nacht aufgehen. Bei der letzten Gruppe muss man die Objekte bewachen, die während der Nacht aufgehen aber auch untergehen. Meistens sind es Objekte sehr Nah am Süden, diese Objekte sind nur ein paar Minuten vorhanden. Ich kann nur empfählen bei jedem Objekt in der Liste einen Hinweis auf entsprechende Karte im Atlas von Karkoska bemerken – man findet es schneller und Atlas sieht am Morgen nicht wie ein Abreißkalender aus.

Und noch eine Bemerkung was der Horizont betrifft. Bei der Vorbereitung stellte ich im Programm als Horizonthöhe 5° ein, das Programm sollte Aufgänge und Untergänge der Objekte rechnen. Jetzt weiß ich, dass es zu optimistisch war. Obwohl die Nacht, an der ich beobachtet habe, ziemlich klar war, in der aufgegebenen Höhe konnte ich nicht mal die ziemlich hellen Sternhaufen beobachten und Galaxien (z.B. M33) konnte ich gleich vergessen. Also nächsten Mal empfähle ich nicht nur mir die Horizonthöhe +10° einzustellen.

Zum Schluss muss ich gestehen, dass ich Messier-Marathon mehr als eine gesellschaftliche Angelegenheit „gucken-plaudern“ gehalten habe. Jetzt muss ich anerkennen, dass ich mich auch ganz allein nicht gelangweilt habe und ich hoffe, dass es mir gelingt so eine Beobachtung nochmals durchzuführen. Egal wann es wird ob um die Zeit der Tagundnachtgleiche oder an einem anderen Tag des Jahres."


Jetzt bleibt noch hinzufügen, dass dieses Ergebnis konnte nicht auf der Ergebnisliste des Jahrganges 2005 auftauchen, denn es wurde nicht an dem offiziellen Termin gemessen.

Autor: Eva Košièárová
Last Update: 5. 11. 2007

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